Abfallbilanz 2020

Der Regiebetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises Görlitz erstellt die jährliche Abfallbilanz. Um den Trend unabhängig von der Einwohnerentwicklung darzustellen, erfolgt eine spezifische Darstellung in Kilogramm je Einwohner und Jahr (kg/(E·a).

Kurzer Rückblick auf das Jahr 2019:

In der sächsischen Siedlungsabfallbilanz 2019 hat das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) insgesamt rund 1,7 Mio. Tonnen (t) bilanziertes Siedlungsaufkommen erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Aufkommen, der den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern (örE) überlassenen Abfälle, insgesamt um über 83.000 t zurückgegangen. Der landesweit, einwohnerspezifische Wert von Restabfall reduzierte sich insgesamt um 1 kg/(E·a) auf 121 kg/(E·a). Jeder Bürger des Landkreises Görlitz hat im Jahr 2019 mit 89 kg/(E·a) und auch im Jahr 2020 mit 92 kg/(E·a) deutlich weniger Restmüll produziert als der Landesdurchschnitt. Restabfälle aus privaten Haushalten und Kleingewerbe werden dabei grundsätzlich gemeinsam bilanziert, da diese Abfälle in der gemeinsamen Restabfallsammeltour abgefahren werden. Das sehr niedrige einwohnerspezifische Aufkommen im Landkreis Görlitz hängt mit der seit vielen Jahren etablierten Getrennterfassung von Biogut (Biotonne) zusammen.

Die Abfallmengen im Landkreis entwickelten sich 2020 wie folgt:

Wenn man die Mengen des Bioabfalls betrachtet, wird noch deutlicher wie gut die Einwohner des Landkreises Görlitz den Abfall trennen. Bei den gesammelten Bioabfällen wurden 98 kg/(E·a) und damit 6 kg/(E·a) mehr, als im Vorjahr festgestellt. Zum Stichtag 31.12.2020 sind 172.692 Einwohner an 37.575 aufgestellten Biotonnen im Landkreis Görlitz angeschlossen. Dies entspricht einem Anschlussgrad von 68%. Ziel ist es, so viel wie möglich Einwohner über die Biotonnensammlung zu erreichen und gleichzeitig die Restabfallmenge, sowie den leichten Anstieg zum Vorjahr von 3 kg/(E·a), zu reduzieren. Auf das gesamte Jahr gesehen ist ein mäßiger Anstieg des Abfallaufkommens in Privathaushalten zwar nicht ausschließlich, aber unter anderem auf die Corona-Krise zurückzuführen. Reduzierte Mengen an Gewerbeabfällen stehen einem Anstieg von Haushaltsabfällen gegenüber. Bei Sperrmüll wurden 44 kg/(E·a) gesammelt, dies entspricht ebenfalls 3 kg/(E·a) mehr zum Vorjahr. Viele Einwohner nutzten die Zeit daheim zum Entrümpeln, was wiederum zu einer starken Frequentierung der Wertstoffhöfe führte.

Zwar ist im Vergleich zum Vorjahr kein übermäßiger Anstieg an illegalen Müllablagerungen zu verzeichnen, jedoch bleibt die Entsorgung aus Wäldern von insgesamt 34 t Restabfall, 1 t Bauschutt, 98 Altreifen und insgesamt 2 t Grüngut durch das Landratsamt Görlitz weiterhin bedenklich.

Bei den gesammelten Schadstoffen gab es gegenüber dem Vorjahr mit 1 kg/(E·a) keine Veränderungen. Auch die Wertstoffsammlungen von Leichtverpackungen (LVP), Glas und Papier, Pappe, Kartonagen (PPK) weisen keine großen Veränderungen auf. Die gesammelte Menge von Glas (weiß/ grün/ braun) blieb mit 26 kg/(E·a) konstant und das LVP-Aufkommen hat sich um durchschnittlich 2 kg/(E·a) auf 43 kg/(E·a) leicht erhöht. Lediglich die einwohnerspezifische Papiermenge hat sich, trotz eines Anstiegs der Sammelmenge um ca. 1.000 t auf insgesamt 13.388 t, von 39 kg/(E·a) auf 35 kg/(E·a) reduziert. Dies ist auf eine neue Regelung bei der PPK-Mitbenutzung mit den Dualen Systemen zurückzuführen. Der Landkreis Görlitz stellt den Dualen Systemen sein Erfassungssystem, mittels Blauer Tonne, für lizenzierte Verpackungsabfälle zur Verfügung. Für Verpackungen tragen die Systembetreiber Verantwortung. Bisher wurde seitens der Dualen Systeme lediglich ein Anteil für rund 20% am Inhalt der Blauen Tonne getragen. Seit dem 01.01.2020 wurde dieser Anteil auf 33,5% erhöht. Der Anteil an Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton ist infolge der Zunahme des Online-Handels stetig gewachsen. Inzwischen machen Verpackungen rund ein Drittel der Altpapier-Erfassungsmengen bei Haushalten aus. Aufgrund des erzielten Kompromisses, wird der Landkreis bei der PPK-Erfassung entsprechend entlastet, was sich auf die einwohnerspezifische Menge positiv auswirkt.